August 2025

August 2025

„Infanterist Deifl“ – Schneider Essing – (Alc. 5,3%)

Heute stelle ich euch das „Infanterist Deifl“ der Brauerei Schneider aus Essing vor. Anlässlich meiner Geburtstagsfeier habe ich dieses Bier geschenkt bekommen – und was soll ich sagen: Es ist ein echtes Erlebnis. Das Bier ist nicht nur geschmacklich spannend, sondern hat auch einen historischen Hintergrund. Die Brauerei Schneider liegt in Essing im Altmühltal und braut seit 1640 mit viel Liebe zur Tradition (inzwischen in der 13. Generation). Das „Infanterist Deifl“ wurde zu Ehren eines historischen Infanteristen (Josef Deifl) gebraut. Das Bier selbst ist ein altbayerisches Rotbier – eine seltene Spezialität, die mit verschiedenen Malzsorten (um die Farbe zu erreichen) und mehreren Hopfensorten gebraut wird. Die Flaschengärung sorgt für eine natürliche Reifung und ein lebendiges Mundgefühl.

Das „Infanterist Deifl“ zeigt sich in einem tiefen Rotbraun mit leichtem Kupferstich und einer natürlichen Trübung. Die Schaumkrone ist feinporig, leicht beige und steht wirklich sehr stabil im Glas. Schon beim ersten Schnuppern steigt die süßliche Malznote in die Nase, gepaart mit einer fruchtigen, leicht brotigen Note. Ich habe sofort an Trockenbeeren und Datteln gedacht. Dazu gesellen sich leichte Hefearomen, etwas Banane und eine Spur Karamell.

Der Antrunk ist spritzig und frisch. Die Malzsüße bleibt präsent, aber nicht dominant. Eine leichte Säure sorgt für den Ausgleich, und die Kohlensäure verleiht dem Bier eine angenehme Lebendigkeit. Die fruchtigen Noten bleiben im Hintergrund, während sich wieder die brotigen und auch getreidigen Aromen entfalten.

Im Finish zeigt sich eine leichte Röstbittere, die aber nicht stört, sondern dem Bier eine gewisse Tiefe verleiht. Die Hopfenbittere ist dezent und das Bier verabschiedet sich sanft, aber mit Charakter. Wer Rotbier mag und Lust auf etwas Besonderes hat, sollte dieses Bier unbedingt probieren. Die Essensempfehlung geht klar zur bayerischen deftigen Küche und vor allem zur Brotzeit!

Juli 2025

Juli 2025

Grandpa Plank‘s Weissbier - (4,9% Alc.)

Heute stelle ich euch ein Bier aus dem schönen Labertal vor. Das Bier ist das „Grandpa Plank‘s Weissbier“. Die Brauerei Plank ist für ihre Weißbiere ja schon lange bekannt und ein Garant für gute Biere. Die Brauerei hat eine über 400-jährige Geschichte und wird heute von Michael Plank, in der 16. Generation geführt. Mit 4,9% Alkohol ist dieses Bier leichter als das normale Weißbier der Brauerei. Laut Internet der Brauerei, „Ein tolles Weissbier, dass man aus der Flasche trinkt“.

Ich habe dieses Weißbier trotzdem als erstes aus dem Glas probiert, um es auch dementsprechend zu genießen und zu bewerten.

Das Weißbier präsentiert sich im Glas mit einer stabilen, weißen Schaumkrone, im schönen Kontrast zur goldgelben Farbe. Einladend und typisch für ein klassisches Weißbier. In der Nase habe ich harmonische Gerüche von Banane, Cassis und leicht Citrus, sowie dezente Hefenoten.

Im Mund ist das Bier erfrischend und ausgewogen. Es zeichnet sich durch eine passende Resenz und dezente Süße aus. Das Mundgefühl ist cremig und fast schon schlank für ein Weißbier. Im Hintergrund hat man noch Getreidenoten, die an Weißbrot erinnern.

Weich im Abgang mit einer anhaltenden Fruchtigkeit, verabschiedet sich das Bier und macht Lust auf den nächsten Schluck.

Das Bier passt bestens zu Salaten, Geflügel und generell zu leichten Speisen.

Natürlich habe ich das Bier auch aus der Flasche probiert, und für ein Weißbier, lässt es sich auch gut daraus trinken, nur hat man dann nicht die vollen, großartigen, komplexen Aromen.

Juni 2025

Juni 2025

Fruitesse Fruchtbier – Liefmans Belgien - (3,8% Alc.)

Heute stelle ich euch das Fruchtbier der Liefmans Brauerei aus Belgien vor. Die Brauerei wurde 1679 von Jacobus Liefmans in Belgien (Oudenaarde) gegründet. Auch hier wurde der Erfolg der Brauerei entscheidend von einer Frau vorangetrieben. Die Braumeisterin Rosa Merckx, war die erste Frau in Belgien die Braumeisterin war und auch eine Brauerei leitete. In dieser Rolle hat sie das Sortiment mit Innovationsgeist bereichert und hatte einen Spürsinn für den Geschmack der Kunden.

Das Liefmans Fruitesse ist ein modenes Fruchbier, welches bis zu 18 Monaten reift und mit verschiedenen Beeren und Holunder verfeinert wird.

Im Glas präsentiert sich das Liefmans Fruitesse in einem leuchtenden Rubinrot mit zart rosafarbenem Schaum. Die feine Perlage sorgt für eine lebendige Optik, ein echter Blickfang, besonders auf Eis serviert.

Die Nase wird sofort von einem intensiven Fruchtbouquet aus Kirschen, Heidelbeeren und Erdbeeren umschmeichelt. Eine dezente Säure runden das Erlebnis in der Nase ab.

Am Gaumen entfaltet sich eine harmonische Balance aus fruchtiger Süße und erfrischender Säure. Die Beerenaromen dominieren, ohne aufdringlich zu wirken. Die Kohlensäure verleiht dem Bier eine prickelnde Frische, die an einen sommerlichen Fruchtcocktail erinnert – leicht, verspielt und äußerst süffig.

Der Abgang ist angenehm weich mit einem fruchtigen Nachhall, der lange auf der Zunge bleibt. Die Süße klingt langsam aus, ohne klebrig zu wirken – ein eleganter Abschluss.

Das Bier passt hervorragend zu leichten Desserts wie Panna Cotta, oder fruchtigen Sorbets. Auch als Aperitif zu einem sommerlichen Obstsalat ist es ein Genuss.

Dieses Bier ist wie gemacht für warme Sommerabende, Gartenpartys oder als erfrischender Begleiter bei einem Picknick im Grünen. Besonders stilvoll wirkt es „on the rocks“ – auf Eis serviert.

Mai 2025

Mai 2025

Hiddenseer Hell – Inselbrauerei Rügen - (5,3% Alc.)

Heute stelle ich euch das Hiddenseer Helle vor. Das Bier kommt aus dem hohen Norden und wird von der Inselbrauerei Rügen gebraut. Die Brauerei ist normalerweise für seine „Besonderen Biere“ bekannt. Unter der Linie Hiddenseer, braut nun die Brauerei auch „normale“ Biere, wie Helles, Pils und Weizen. Aber auch bei diesen Bieren geht die Brauerei ihren besonderen Weg, so ist das Helle unfiltriert, mit Naturhopfen, Tennenmalz (traditionell gemälztes Malz) und offener Gärung (Seeluft) entstanden. Die Nachgärung erfolgt in der Flasche und daher enthält das Bier noch Hefereste. Was ich geschmacklich immer sehr gut finde, da es ein unverfälschtes Bier mit Charakter ist.

Das Hiddenseer Helle präsentiert sich im Glas goldgelb mit einer feinen, weißen Schaumkrone. Der Schaum ist feinporig und cremig und bleibt eine Weile bestehen. Das naturtrübe Bier, gepaart mit der Farbe und dem Schaum, macht sofort Lust auf den ersten Schluck. Schon beim Anheben des Glases strömt eine aromatische Vielfalt in die Nase. Eine Prise von frischem Tennenmalz und eine feine, grasige Note des Naturhopfens sind weitere Begleiter. Auch eine leichte Nuance von Brot und Getreide habe ich in der Nase. Der erste Schluck ist sehr komplex und doch, durch die passende Resenz, erfrischend und leicht. Je länger das Bier im Mund verweilt, um so vielfältiger werden die Eindrücke. Die floralen würzigen Hopfenaromen, sowie die leichte malzige Süße runden den Geschmack im Mund ab. Im Abgang hinterlässt das Hiddenseer Helle einen angenehmen und stimmigen Eindruck. Dazu passt auch die Bitterkeit des Hopfens, welche in einem norddeutschem Hellen nicht fehlen darf. Ein Bier mit Charakter und dem gewissen „Extra“, typisch für die Inselbrauerei auf/von Rügen!

April 2025

April 2025

Eisbock – Brauerei Falter - (8,0% Alc.)

Heute präsentiere ich Euch den Eisbock der Brauerei Falter aus Drachselsried. Auf Empfehlung eines Freundes habe ich dieses Bier probiert und empfinde es als äußerst gelungen. Der Doppelbock wird speziell für die Starkbierzeit hergestellt. Die Herstellung des Eisbocks erfolgt durch ein besonderes Verfahren: Nach der Gärung wird das Bier eingefroren und so dem Starkbier das Wasser teilweise entzogen. Dadurch werden der Alkoholgehalt und die Aromen stärker konzentriert, was zu einem sehr intensiven Geschmackserlebnis führt. Dieses Geschmackserlebnis möchte ich nun im Folgenden beschreiben.

Im Glas erscheint der Eisbock in einem goldgelben, filtrierten Ton, gekrönt von einer stabilen, weißen Schaumkrone. Der Anblick allein lädt zum Verkosten ein. In der Nase entfaltet sich eine Malzsüße, begleitet von leichten Toffee- und weinartigen Noten. Diese Süße setzt sich auch im Antrunk fort und wird von einer passenden Spritzigkeit unterstützt, die einen vollen Körper offenbart. Für einen hellen Bock mit diesem Alkoholgehalt bietet der Eisbock ein äußerst angenehmes, cremiges Mundgefühl. Auch im Geschmack treten erneut die brotigen, malzigen und auch karamellartige Aromen hervor, während im Abgang eine dezente Hopfenbittere, gepaart mit weinartigen Impressionen, das Geschmacksbild abrundet. Dieses Bier eignet sich hervorragend für die kälteren Monate, kann jedoch auch an kühleren Apriltagen genossen werden. Der Eisbock harmoniert zudem ausgezeichnet mit gut gewürzten Speisen, was ihn zu einer vielseitigen Ergänzung kulinarischer Erlebnisse macht.

März 2025

März 2025

Mucki Hop – Wildwuchs Brauwerk Hamburg (Alc. 6,5%)

Bei meinem letzten Besuch in Hamburg, habe ich die Brauerei „Wildwuchs“ Brauwerk-Hamburg besucht.

Gegründet wurde die Brauerei von Friedrich „Fiete“ Matthies, einem echten „Hamburger Jung“. Nach zahlreichen Stationen weltweit, gründete er 2014, zusammen mit zwei seiner Brüder, die Brauerei. Anfangs in Bleckede und ab Ende 2018 in Hamburg-Wilhelmsburg, südlich der Elbe, in der eigenen Halle.

Da Fiete Umweltwissenschaften studierte und gelernter Brauer und Mälzer ist, hat er beides verbunden und die erste Bio-Brauerei in Hamburg gegründet.

Von dieser Brauerei will ich euch heute das „Mucki Hop“ vorstellen.

Das Bier präsentiert sich im Glas wie ein funkelnder Bernstein, (für mich die optimale Farbe für ein IPA) und einer feinporigen, weißen, relativ stabilen Schaumkrone. In der Nase entfalten sich sofort intensive tropische Hopfenaromen, im Geruch nach Lemongras und Zitrusfrüchten, mit einem Hauch von roten Beeren und Melone. Ein durchaus ausgewogener Geschmack, mit einer angenehmen Resenz, bestimmt das Mundgefühl. Es dominiert die Hopfenbittere begleitet von tropischen Aromen und einer leichten malzigen Süße. Je länger das Bier im Mund verweilt, desto intensiver werden die Bittere und die Süße, ein tolles Aromenspiel. Im Abgang ist das Bier erfrischend, erzeugt ein leicht trockenes Gefühl und die Bittere hallt lange nach, eben ein echtes IPA!

Das Bier passt hervorragend zu gegrillten oder gebratenen Speisen, wie ein würziges Steak oder ein Lammkotelett (vegetarisch, auch gegrillte Gemüsespieße), da die Hopfenaromen mit den Röstaromen sehr gut harmonieren.

Februar 2025

Februar 2025

"Herrengedeck"

Als Bier des Monats Februar, stelle ich euch heute das Thema Herrengedeck vor.

Ich habe Mitte des Monats an einem Online-Tasting teilgenommen, mit dem Titel „Die Rückkehr des Herrengedecks“, von Florian Bauer, dem „Bierapostel“, aus Berlin.

Ein Herrengedeck ist eine traditionelle Kombination aus zwei alkoholischen Getränken, die separat serviert werden. Diese Mischung bietet eine wunderbare Möglichkeit, verschiedene Geschmacksrichtungen zu erkunden und das Trinkvergnügen zu erhöhen.

Im Norden gerne auch mal ein Bier mit Sekt (Reeperbahn), aber unter „Lütt und Lütt“ wird ein Pils mit einem Schnaps bezeichnet. In Bayern hingegen ein Helles mit Schnaps. In Thüringen wird es einen „Langen“ und einen „Kurzen“ genannt.

Beim Tasting hatten wir vier verschiedene Kombinationen. Daraus stelle ich euch kurz meinen Favoriten vor, einen dunklen Weißbierbock mit einem Williamsbrand. Der Weißbierbock war von der Brauerei Schwendl aus Tacherting (zwischen Traunreuth und Altötting) und dem „Fränkischen Williamsbrand“ von der Brennerei Haas (Pretzfeld, Nähe Forchheim). Bei dieser Kombination lag das Hauptaugenmerk auf der schokoladigen Note des dunklen Weizenbockes und der Birne vom „Willi“. Das Ganze ging in Richtung „Birne Helene“! Die Kombination passte sehr gut, weil auch die fruchtigen Aromen (Banane, Cassis, getrocknete Beeren) des Weißbierbockes diesen Eindruck noch verstärkte. Sehr wichtig bei dieser Kombination ist auch, die Qualität des Brandes. Bei der Brennerei Haas haben wir einen Edelbrand, der handwerklich destilliert und ohne Zucker und Zusatzstoffe ist. Beim Genuss des Brandes bleibt die Birne noch sehr lange im Mund und vor allem im Nachgang für den nächsten Schluck Bier.

Ein Herrengedeck sollte bewusst und mit Genuss getrunken werden. Die Kombination von Bier und Schnaps eröffnet neue Geschmackserlebnisse und kann dazu beitragen, das Trinken bewusster zu gestalten. Es geht nicht nur darum, Alkohol zu konsumieren, sondern auch die Vielfalt und Nuancen der Aromen zu entdecken.

Vielen Dank an Florian „Der Bierapostel“, für die interessante Anregung!

Januar 2025

Januar 2025

Jever Fun – Brauhaus Jever – Jever (Alc. <0,5%)

Da für viele Brauer der Monat Januar als „Dry January“ gelebt wird, stelle ich euch heute wieder ein alkoholfreies Bier vor. Diesmal aus dem Brauhaus Jever, das 1848 gegründet wurde und heute zur Radeberger Braugruppe gehört, diese wiederum zum Oetker-Konzern.

Das Jever FUN, wird gebraut wie ein normales Vollbier und erst danach wird dem Bier, mit einem speziell schonenden Verfahren, der Alkohol entzogen. Dies bewirkt, dass der im Brauverfahren erzeugte Zucker auch ganz normal vergoren wird und dadurch nur die normale Restsüße im Bier enthalten ist. So soll auch der typisch friesisch-herbe Pilsgeschmack erhalten bleiben (Internetseite Jever).

Im Glas haben wir ein glanzfeines, goldgelbes Bier mit einer stabilen Schaumkrone. Es duftet nach Heu, Brotnoten und leicht nach Getreide, sowie auch die typische Pils-Hopfennote.

Die Kohlensäure ist gut eingebunden und vermittelt auch die angepriesene Frische im Antrunk. Das Jever Fun hat ein ausgewogenes Mundgefühl und spiegelt im Geschmack den ersten Geruchseindruck wieder. Es ist der Geschmack nach Getreide mit getrockneten Kräutern und dem Hopfen.

Dieser ist auch verstärkt im Abgang zu vernehmen. Hier kommt nochmal die Hopfenbittere, gepaart mit einem leichten Malzeinfluss. Ein durchaus gutes alkoholfreies Pils, dass seinen Namen Ehre macht. Genau passend für einen Januar ohne/mit wenig Alkohol!

Das Bier kann ich mir gut zu asiatischer Küche (nicht zu scharf) und zu Salaten mit pikantem Dressing (z.B. Cäsar-Salat) vorstellen.

Dezember2024

Dezember2024

Samichlaus – Schloss Eggenberg (A) - (14,0% Alc.)

Jedes Jahr am Nikolaustag, braut die Brauerei „Schloss Eggenberg“ das Samichlaus-Bier.

Samichlaus ist in der Schweiz die Bezeichnung für Sankt Nikolaus. Das Bier stammt ursprünglich aus der Schweiz und wurde früher von der Hürlimann Brauerei in Zürich gebraut. Nach Übernahme der Brauerei durch Feldschlösschen, wurde diese geschlossen und das Samichlaus nicht mehr gebraut. 2000 hat die österreichische Brauerei „Schloss Eggenberg“ die Markenrechte erworben und das Bier wieder produziert Nach dem Brauen wird das Samichlaus über zehn Monate gelagert und dann abgefüllt. Es gibt mehrere Sorten vom Samichlaus. Ich habe schon das „Classic“ (auch 14%) probiert und war nur bedingt überzeugt.

Den Samichlaus „Barrique“ (Lagerung in einem Eichenfass, welches vorbelegt war, mit  Chardonnay oder Whisky) habe ich in diesem Monat zum ersten mal probiert und war überraschend angetan von diesem Bier. Darum mache ich es, zum meinem „Bier des Monats“.

Ich habe im Glas den Bierstil „Barley Wine“ mit 28,5% Stammwürze und 14% Alkohol, die Farbe kastanienbraun und der Schaum sehr kurzlebig (was bei Fassreifung öfters vorkommt). Der Geruch dieser Bierspezialität ist anfänglich süßlich, nach Malz, Karamell und Vanille, wird jedoch abgelöst von einer leichten Säure, dazu kommen mir noch Trockenpflaumen und eine pfeffrige Note in die Nase. Bei diesem Bier macht das Riechen richtig Spaß, da immer neue Eindrücke hinzukommen. Durch die Fassreifung in einem vorbelegtem Fass, entstehen diese komplexen Nuancen im Geruch und später auch im Geschmack. Der Antrunk ist sehr mächtig, aber es entwickelt sich ein sehr gutes Mundgefühl (leicht ölig) mit einer richtigen Achterbahn der Geschmäcker. Da kommt wieder die Trockenpflaumen, außerdem Toffee, gebrannte Mandeln, Karamell und leichte Holznoten. Das Bier hat eine schwache Resenz, was aber auch nicht nachteilig ist. Der Nachtrunk ist angenehm trocken, das Dörrobst und eine leichte Schärfe sind noch vorhanden und ebenfalls noch der komplexe Eindruck. Im gesamten geschmacklichen „Durchlauf“, ist der hohe Alkoholgehalt nicht dominant. Ein durchaus passendes, winterliches Bier, für den Kaminabend.

Speiseempfehlung zu diesem Bier sind ganz klar Schoko-, Karamell- und Kaffeenachspeisen.

November 2024

November 2024

Winterzwickl - Hofbräu München - (5,5% Alc.)

Für alle Bierliebhaber der dunklen Sorten, stelle ich heute das Winterzwickl der Brauerei Hofbräu München vor. Das Bier ist ein Saisonbier und ist nur von Ende Oktober bis Mitte Januar verfügbar (lt. Brauerei). Die Brauerei gibt es seit über 400 Jahren und wurde von Herzog Wilhelm V. von Bayern gegründet. Der Grund für die Gründung war, die Versorgung des 600 Mann starkem Hofstaat mit Braunbier. Ich denke, zum Münchner Hofbräu muss ich nicht viel erzählen, denn diese kennt jeder, und das weltweit. Eine kleine Anekdote aus der Geschichte, will ich aber dann doch erwähnen.

In der Geschichte der Brauerei ist zu lesen, dass unter anderem das Bier (nicht nur HB-Bier) die Stadt München vor der Zerstörung bewahrt hat. Als die Schweden München besetzt hatte, sahen sie nur von der Plünderung und Brandschatzung ab, weil sie als Tribut 300.000 Reichstaler und 1000 Eimer Bier (davon 344 Maibock aus dem Hofbräuhaus, Quelle HB) bekamen.

Auch an diesem Beispiel sieht man wieder, welchen Einfluss das Getränk Bier, auf die Bayerische Geschichte hatte und noch hat.

Im Glas haben wir ein kastanienfarbenes Bier, welches standesgemäß naturtrüb ist      (Zwickl à unfiltriert). Der Schaum steht lange im Glas und ist mittelporig ausgeprägt. Geruchstechnisch ist das Bier wie folgt zu beschreiben. Es hat eine malzig- süßliche Note, wie Karamell und Sahnetoffee, sowie eine leichte herbe Fruchtigkeit. Beim Antrunk überrascht die spontane Hopfenbittere und nicht die erwarteten süßlichen Eindrücke. Die malzigen Noten kommen im Mund erst später zur Geltung. Auch ist das Bier etwas spritziger als für ein dunkles Bier üblich, für mich mehr die Richtung dunkles Märzen. Der Eindruck im Mund ist dadurch sehr harmonisch. Beim Nachklang kommt die Hopfenbittere nochmal zum Vorschein, gepaart mit den malzigen Noten. Ein rundum süffiges Bier von dem man gerne noch ein weiteres trinken will. Das Bier passt ausgezeichnet zu kräftigen Speisen und würzigem Käse.