März 2026

IPA – James Farm Brewery – (7,0% Alc.)

In der Welt der Biersommeliers suchen wir immer nach dem Besonderen – nach Bieren, die eine Geschichte erzählen. Mein Weg führte mich kürzlich hoch in den Norden zur „James Farm Brewery“ in Flensburg. Hier wird ein spannendes Konzept gelebt: Die Brauerei ist Teil der James Farm, die als moderner Landwirtschaftsbetrieb hochwertige regionale Lebensmittel von Fleisch und Wurst bis hin zu Käse produziert. Das Credo der Brauerei ist so konsequent wie sympathisch: Echtes Handwerk für die Region. Geliefert wird nur im Umkreis von ca. 100 Meilen (lt. Internet). Wer also im Norden unterwegs ist, sollte die Augen nach den „FARM REBLS“ offenhalten. 

Wir hatten das Privileg, eine Brauereiführung mit Brauer Jonathan zu erleben. Das Highlight: Wir durften ein kommendes IPA (Richtung West Coast) direkt aus dem Zwickelhahn probieren. Obwohl das Bier zum Zeitpunkt der Verkostung noch etwa zwei Wochen Reifezeit vor sich hatte, war das Potenzial dieses Suds bereits jetzt beeindruckend.

Im aktuellen Stadium präsentiert sich das IPA naturtrüb direkt aus dem Lagertank in einem einladenden Goldgelb. In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiger Kontrast. Einem tropischen Fruchtcocktail aus reifer Mango und Aprikose stehen spritzige Noten von Zitrus und Grapefruit gegenüber. Ergänzt wird dieses Bukett durch die für den Stil so typischen, leicht erdigen Aromen. Der Antrunk ist lebendig und stark fruchtbetont. Die exotischen Früchte, die die Nase versprochen hat, spiegeln sich direkt am Gaumen wider. Schnell gesellt sich die erwartete, charaktervolle Hopfenbittere hinzu. Mit ca. 7,0 % vol. Alkohol besitzt das Bier ein kräftiges, stabiles Fundament, wirkt aber durch seine Spritzigkeit niemals schwerfällig. Das Finish ist angenehm trocken. Diese Trockenheit balanciert die Fruchtsüße perfekt aus, sorgt für eine hohe „Drinkability“ und regt sofort zum nächsten Schluck an.

Dieses IPA der James Farm Brewery ist schon jetzt ein Genuss für Liebhaber hopfenbetonter Biere. Es demonstriert eindrucksvoll die Balance zwischen intensiver Frucht und markanter Bittere. Ein regionales Highlight, das zeigt, wie modern norddeutsche Braukunst sein kann.